AEnigma für eine unbekannte Frau

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„…and as some scientific bore began a dissertation of widows, as exemplifying the survival of the 8, I left and went home.“

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Tuer offen
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1.

Ich bin scheinbar doch Romantiker: Dem Khurana an die Haustür.

2.

3.

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„Blätter, grüne, in den Schlamm gestürzt mit der Flüssigkeit meiner Tränen / nun also sage ich, bevor ich in Blut ertrinke, sag etwas / was es auch sei, es wird das Schweigen zerbrechen / du bist verrückt / ja, ich weiß, mein Verbrechen besteht darin, dass ich mich nicht am Vergessen berauschen kann gleich euch / kommt alle und hört zu, und ich werde unverhüllt reden – ich bin verrückt und das wird das Schweigen brechen / aber du, der starb / ich werde das Leben wiederfinden / und das ist der Neubeginn meiner Geschichte“.

4.

„Wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist, der in euch ist?“ – 1. Korinther 6,19

5.

„Water is often seen as a symbolic element of passage or rebirth.“ (AEnigma, Galerie Heldenreizer)

6.

Stories from the upside down.

7.

„VERHÜLLTE SCHAULUST

Trotz der vermeintlichen Traumartigkeit von Fridolins Erlebnissen und obwohl Fridolin mehrfach den Eindruck hat zu träumen, lässt der Text es uneindeutig, auf welcher Bewusstseins- und Wahrnehmungsebene die Ereignisse angesiedelt sind, ob es sich um reale Räume, Tagträume, Phantasien, Halluzinationen (Wahnvorstellungen) oder Träume handelt. Eindeutig kennzeichnet der Text hingegen Fridolins Erlebnisse als seine Wahrnehmung, unabhängig davon, ob er tatsächlich träumt oder nicht. Während die Traumartigkeit des Erzählten das Träumen als perzeptiven Vorgang, als inneres Sehen von Bildern, zeigt, akzentuiert der Text mit der Uneindeutigkeit von Traum und Wirklichkeit wiederum vor allem, dass hier innere Wahrnehmung und diejenige der vermeintlich äußeren Welt voneinander untrennbar sind.“ (Julia Freytag)

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7

Durch die finsteren menschenleeren Gassen eilte er nach Hause, und wenige Minuten später, nachdem er, wie vierundzwanzig Stunden vorher, schon in seinem Ordinationszimmer sich entkleidet hatte, so leise als möglich betrat er das eheliche Schlafgemach.

Er hörte den gleichmäßig-ruhigen Atem Albertinens und sah die Umrisse ihres Kopfes sich auf dem weichen Polster abzeichnen. Ein Gefühl von Zärtlichkeit, ja von Geborgenheit, wie er es nicht erwartet, durchdrang seine Herz. Und er nahm sich vor, ihr bald, vielleicht morgen schon, die Geschichte der vergangenen Nacht zu erzählen, doch so, als wäre alles, was er erlebt, ein Traum gewesen – und dann, erst wenn sie die ganze Nichtigkeit seiner Abenteuer gefühlt und erkannt hatte, wollte er ihr gestehen, daß sie Wirklichkeit gewesen waren. Wirklichkeit? fragte er sich – und gewahrte in diesem Augenblick, ganz nahe dem Antlitz Albertines auf dem benachbarten, auf seinem Polster etwas Dunkles, Abgegrenztes, wie die umschatteten Linien eines menschlichen Gesichts. Einen Moment nur stand ihm das Herz still, im nächsten schon wußte er, woran er war, griff nach dem Polster hin und hielt die Maske in der Hand, die er während der vorigen Nacht getragen, die ihm, während er heute morgen das Paket zusammengerollt, ohne daß er es bemerkt, entglitten, und von dem Stubenmädchen oder Albertine selbst gefunden sein mochte. So konnte er auch nicht daran zweifeln, daß Albertine nach diesem Fund mancherlei ahnte und vermutlich noch mehr und noch Schlimmeres, als sich tatsächlich ereignet hatte. Doch die Art, wie sie ihm das zu verstehen gab, ihr Einfall, die dunkle Larve neben sich auf das Polster hinzulegen, als hätte sie nun sein, des Gatten, ihr nun rätselhaft gewordenes Antlitz zu bedeuten, diese scherzhafte, fast übermütige Art, in der zugleich eine milde Warnung und die Bereitwilligkeit des Verzeihens ausgedrückt schien, gab Fridolin die sichere Hoffnung, daß sie, wohl in Erinnerung ihres eigenen Traums – was auch geschehen sein mochte, geneigt war, es nicht allzu schwer zu nehmen. Fridolin aber, mit einem Male am Ende seiner Kräfte, ließ die Maske zu Boden gleiten, schluchzte, sich selbst ganz unerwartet, laut und schmerzlich auf, sank neben dem Bette nieder und weinte leise in die Kissen hinein.

Nach wenigen Sekunden fühlte er eine weiche Hand über seine Haare streichen. Da erhob er sein Haupt, und aus der Tiefe seines Herzens entrang sich’s ihm: »Ich will dir alles erzählen.«

Sie hob zuerst, wie in leiser Abwehr die Hand; er faßte sie, behielt sie in der seinen, sah wie fragend und zugleich bittend zu ihr auf, sie nickte ihm zu und er begann.

Der Morgen dämmerte grau durch die Vorhänge, als Fridolin zu Ende war. Nicht ein einziges Mal hatte ihn Albertine mit einer neugierigen oder ungeduldigen Frage unterbrochen. Sie fühlte wohl, daß er ihr nichts verschweigen wollte und konnte. Ruhig lag sie da, die Arme im Nacken verschlungen, und schwieg noch lange, als Fridolin schon längst geendet hatte. Endlich – er lag an ihrer Seite hingestreckt – beugte er sich über sie, und in ihr regungsloses Antlitz mit den großen hellen Augen, in denen jetzt auch der Morgen aufzugehen schien, fragte er zweifelnd und hoffnungsvoll zugleich: »Was sollen wir tun, Albertine?«

Sie lächelte, und nach kurzem Zögern erwiderte sie: »Dem Schicksal dankbar sein, glaube ich, daß wir aus allen Abenteuern heil davongekommen sind – aus den wirklichen und aus den geträumten.«

»Weißt du das auch ganz gewiß?« fragte er.

»So gewiß, als ich ahne, daß die Wirklichkeit einer Nacht, ja daß nicht einmal die eines ganzen Menschenlebens zugleich auch seine innerste Wahrheit bedeutet.«

»Und kein Traum«, seufzte er leise, »ist völlig Traum.«

Sie nahm seinen Kopf in beide Hände und bettete ihn innig an ihre Brust. »Nun sind wir wohl erwacht«, sagte sie – »für lange.«

Für immer, wollte er hinzufügen, aber noch ehe er die Worte ausgesprochen, legte sie ihm einen Finger auf die Lippen und, wie vor sich hin, flüsterte sie: »Niemals in die Zukunft fragen.«

So lagen sie beide schweigend, beide wohl auch ein wenig schlummernd und einander traumlos nah – bis es wie jeden Morgen um sieben Uhr an die Zimmertür klopfte und mit den gewohnten Geräuschen von der Straße her, einem sieghaften Lichtstrahl durch den Vorhangspalt und einem hellen Kinderlachen von nebenan der neue Tag begann.

8.

„Wir können doch über alles reden.“ (André Muth, Frühjahr 2018)

44.

„Phantasie wird entflammt von Frauen, denen Phantasie gerade abgeht. Am farbigsten leuchtet der Nimbus derer, die ungebrochen nach außen gewandt, ganz nüchtern sind[…]Preziosa, Peregrina, Albertine, die alle Individuation gerade als bloßen Schein ahnen lassen und die doch immer wieder enttäuschen müssen durch das, was sie sind.[…]Traumprinzessin und Prügelmädchen sind dieselbe, und sie ahnt nichts davon.[…]Das Seelenlose derer, denen am Rande der Kultur das Tägliche die Selbstbestimmung verbietet, Anmut und Qual zugleich, wird zur Phantasmagorie von Seele für die Wohlbestallten, welche von Kultur lernten, der Seele sich zu schämen. Liebe verliert sich ans Seelenlose als an die Chiffre des Beseelten, weil ihr die Lebendigen Schauplatz sind für die verzweifelte Begierde des Rettens, die nur am Verlorenen ihren Gegenstand hat: der Liebe geht Seele erst an deren Absenz auf. So ist menschlich gerade der Ausdruck der Augen, welche denen des Tiers am nächsten sind, der kreaturhaften, fern von der Reflexion des Ichs. Am Ende ist Seele selber die Sehnsucht des Unbeseelten nach Rettung.“ (Adorno)

88.

„Cos’è bello“? (Audrey Guttman) – eine unbekannte Frau

„Cos’è brutto“? (ebenda) – Olga Maydan

333.

„Wahre Schönheit muß nicht Gesucht und buhlerisch sein, Geziert und peinlich geputzt.“
(Kant)

333².

(‘In Gegenständen der Liebe verwechselt man gern den Reiz mit der Schönheit.)[...]Was in der Erscheinung gefällt, aber ohne Reiz, ist hübsch, schicklich, anständig («harmonisch, symmetrisch»). 
Wenn der Reiz aus der unmittelbaren Empfindung entspringt, so ist die Schönheit sinnlich; ist sie aber aus Nebengedanken entsprungen, so heißt sie ideal. Fast aller Reiz der Schönheit beruht auf Nebengedanken." (Kant)

1312.

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