Non-Therapy in der Nicht-Praxis

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„La recherche du temps perdu est du temps perdu.“ (Adorno)

Krauthammer Therapy scaled 1
Krauthammer Therapie Nahaufnahme scaled 1
Lorenzkirche Nürnberg

🌀🌀🌀Hallo,

Mein Name ist Julius Michel, ich bin kein klinischer Psychologe oder Psychotherapeut. Neben meiner eigenen Überlebenskunst arbeite ich nicht als Psychologe und biete eine non-therapy für Menschen mit chronischen Schmerzen, Anpassungsreaktion, und schwereren Formen der Borderline-Hysterien (oder sonstigen Belastungen) an.

Ich bin nicht zertifiziert in Progressiver Muskelrelaxation und arbeite in meiner non-therapy nicht mit Nāgārjuna, pyrrhonischer Skepsis, Epikureismus, Kōans, übertragunsfokussierter oder mentalisierungsbasierter Therapie. Ich biete eine non-therapy, bzw. unphilosophische Keine-Lebensberatung an. Ich kann ihnen nicht-helfen ihre Lebensgeschichte mit der pittura metafisica, dem Surrealismus, Symbolismus, der Romantik, oder dem Futurismus („and so on“ – Žižek) aenigmatisch darzustellen.
„Der Triumph des Ichs ist einer der Verblendung durchs Partikulare. Das ist der Grund der objektiven Unwahrheit aller Psychotherapie, welche die Therapeutiker zum Schwindel animiert. Indem der Geheilte dem irren Ganzen sich anähnelt, wird er erst recht krank, ohne daß doch der, dem die Heilung mißlingt, darum gesünder wäre.“ (Adorno1)
Neben meiner disruptiven Tätigkeit sammelte ich Erfahrungen in Krisen auf der Straße aus der Not eine Tugend zu machen und forschte mehrere Jahre (auto-)ethnographisch zu Frauenorganisationen in Bürgerkriegsländern, Neurodiversität & intelligence agencies decision making, sowie >>conflictual police encounters with individuals with mental illness<<.

Durch eine lange Zeit mit massiven Schmerzen kenne ich außerdem die Herausforderungen im Gesundheitssystem und den Druck, eine Wohnung zu finden oder sich wieder etwas aufzubauen: ein neues Leben, welches anschließend erneut zerstört wird.
„Wer gefoltert wurde, bleibt gefoltert. Wer der Folter erlag, kann nicht mehr heimisch werden in der Welt. Das zum Teil schon mit dem ersten Schlag, in vollem Umfang aber schließlich in der Tortur eingestürzte Weltvertrauen wird nicht wiedergewonnen.“ (Jean Améry über den erlebnisbedingten Persönlichkeitswandel nach Venzlaff (heutzutage: ~kPTBS), oder zynischer: „Für die soziale Realität ist in der Epoche der Konzentrationslager Kastration charakteristischer als Konkurrenz.“-Adorno)

Arbeitsschwerpunkte

No Psychological Counselling in English, German and Swiss
Keine Psychologische Beratung auf Englisch, Deutsch und Schweizerisch
Grüezi

Ich nicht-arbeite integrativ und verbinde unter anderem die Basis der dritten Welle der Verhaltenstherapie, den Buddhismus, mit orthodoxer, psychoanalytischer non-therapy. Gemeinsam nicht-analysieren wir ihren „inneren Penis“ (Jacobson). Gerne biete ich in körperlicher Konfrontation eine hands on Mentalität an.
„Schließlich erscheint nicht erst der unterdrückte, verdrängte Trieb, sondern gerade der ursprüngliche, der die eigene Erfüllung will, als »krank«, die Liebe als die Neurose. Die Praxis der Psychoanalyse, die, ihrer Ideologie nach, noch die Neurosen zu heilen beansprucht, gewöhnt bereits im Einverständnis mit der allherrschenden Praxis und ihrer Tradition den Menschen die Liebe und das Glück zugunsten von Arbeitsfähigkeit und healthy sex life ab. Glück wird zur Infantilität und die kathartische Methode zu einem Bösen, Feindlichen, Unmenschlichen.“ (Adorno)
Anders:
»Du beteiligst dich vorher und nachher. Nachher, wenn es ein Junge ist, erziehst du ihn, bildest ihn,
verschaffst ihm einen schönen Ödipus, wie sich’s gehört, stellst dich dem rituellen Vatermord, wenn der
Moment gekommen ist, lächelnd und ohne Geschichten zu machen, und dann zeigst du ihm eines Tages
dein miserables Büro, die Karteikästen, die Druckfahnen der wunderbaren Geschichte der Metalle und
sagst, mein Sohn, dies alles wird eines Tages dir gehören.«
(Umberto Eco, Das Foucaultsche Pendel)

Termine

Ich biete non-therapy und Keine-Lebensberatung in verschiedenen Formaten an: Einzelgespräche & Paar-non-therapy.
„Am Widerspruch von Soziologie und Psychologie krankt selbst die psychologische Therapie: was immer sie beginnt, ist falsch. Löst die Analyse die Widerstände auf, so schwächt sie das Ich, und die Fixierung an den Analytiker ist mehr als ein bloß transitorisches Stadium, nämlich der Ersatz für die Instanz, die man den Patienten entzieht; stärkt man das Ich, so stärkt man nach orthodoxer Theorie vielfach auch die Kräfte, durch die es das Unbewußte drunten hält, die Abwehrmechanismen, die es dem Unbewußten gestatten, weiter sein destruktives Wesen zu treiben.“ (Adorno)

Sie können kein kostenloses Erstgespräch buchen, da es ja eine non-therapy ist, aber sie dürfen mich gerne anrufen oder daten.
Es gibt keine versteckten Kosten. „I need a [wo-]man, who is larger than life“ (Bonnie Tyler). Falls Sie sich in einer finanziellen Notlage befinden, sprechen Sie mich bitte nicht an – ich bin es auch.

Sie können so viele Dates haben, wie Sie möchten. Die Gesamtdauer variiert von einer Sitzung bis zu mehreren Jahren.
„Die konstitutionelle Triebstärke und die im Abwehrkampf erworbene ungünstige Veränderung des Ichs, im Sinne einer Verrenkung und Einschränkung, sind die Faktoren, die der Wirkung der Analyse ungünstig sind und ihre Dauer ins Unabschließbare verlängern können.“ (Freud)

Die Gespräche sind eine unphilosophische Keine-Lebensberatung oder non-therapy. Mal wieder geht es nur um Sex, doch sollte sich im Verlauf zeigen, dass Sie eine Beziehung wollen, kann ich ihnen garantieren, dass auch ich einsam bin. Alles kann, nichts muss: aus der Depression entspringt das anaklitische Verhalten.🫂🫂🫂

Kontakt

Um ein Date zu vereinbaren, kontaktieren Sie mich bitte unter:

Tel.: +49 17656907476

oder

E-Mail: psychologie@polemikos.org

Ich freue mich sehr, von Ihnen zu hören.

❤️‍🩹📚 –

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  1. „Die Aporie weist auf die Psychoanalyse als solche zurück. Einerseits gilt ihr Libido als die eigentliche psychische Realität; Befriedigung als positiv, Versagung, weil sie zur Erkrankung führt, als negativ. Andererseits aber nimmt sie die Zivilisation, welche die Versagung erzwingt, wenn nicht geradezu unkritisch, so doch resigniert hin. Im Namen des Realitätsprinzips rechtfertigt sie die seelischen Opfer des Individuums, ohne das Realitätsprinzip selber einer rationalen Prüfung auszusetzen. Eine Zwieschlächtigkeit in der Einschätzung der Libido wird notwendig hervorgetrieben von dieser Zwieschlächtigkeit, die an die Problematik der Erziehung mahnt. Als Methode medizinischer Behandlung innerhalb gegebener sozialer Verhältnisse muß sie die gesellschaftliche Anpassung des Patienten befördern, ihn zur Arbeit und Freude innerhalb dieser Verhältnisse animieren. Dabei aber kann sie es nicht umgehen, gewisse Verhaltensweisen und Befriedigungsformen hinzunehmen oder sogar zu verstärken, die, gemessen am Kern der psychoanalytischen Lehre, der Libidotheorie, zweifelhafte Substitute sind.“ (Adorno) ↩︎

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  • „Er verwechselte die zufällige Chance seiner seelischen Ökonomie mit dem objektiven Zustand. Seine Integration wäre die falsche Versöhnung mit der unversöhnten Welt, und sie liefe vermutlich auf die »Identifikation mit dem Angreifer« hinaus, bloße Charaktermaske der Unterwerfung. Der heute zumal in der Therapie immer mehr sich vordrängende Integrationsbegriff [!!] verleugnet das genetische Prinzip und hypostasiert vorgeblich ursprüngliche Seelenkräfte wie Bewußtsein und Instinkt, zwischen denen ein Gleichgewicht hergestellt werden müsse, anstatt daß sie als Momente einer Selbstentzweiung verstanden würden, die nicht im seelischen Bezirk sich schlichten läßt. Die schneidende Polemik Freuds gegen den Begriff der Psychosynthese²²[!!], einen Prestigeausdruck, den geschäftstüchtige Akademiker erfanden, um für sich den Aufbau zu reklamieren und die Erkenntnis als mechanistisch, wo nicht als Zersetzung zu brandmarken, wäre auf das Integrationsideal [!!] auszudehnen, das fadenscheinige Nachbild der schlechten alten Persönlichkeit. Ob der Begriff des ganzen, vollen, allseitig entwickelten Menschen überhaupt zur Nacheiferung taugt, läßt sich bezweifeln. Schon Benjamin hat das Ideal des Genitalcharakters, das vor etwa zwanzig Jahren unter den Psychoanalytikern im Schwange war, die ihm mittlerweile ausgeglichene Leute mit well developed superego vorziehen, einen blonden Siegfried getraut. Der im Sinn des Freudschen Entwurfs »richtige«, also von Verdrängungen unverstümmelte Mensch sähe in der bestehenden acquisitiven Gesellschaft dem Raubtier mit gesundem Appetit zum Verwechseln ähnlich, und damit wäre die abstrakte Utopie eines unabhängig von der Gesellschaft verwirklichten Subjekts getroffen, die heute als »Menschenbild« sich solcher Beliebtheit erfreut. Die Vorwürfe der Psychologie gegen den Sündenbock Herdentier kann die Kritik der Gesellschaft dem Herrenmenschen mit Zinseszins zurückzahlen, dessen Freiheit falsch, neurotische Gier, »oral« bleibt, solange sie die Unfreiheit voraussetzt. Jedes Menschenbild ist Ideologie außer dem negativen. Wird heute etwa gegenüber der mit der Arbeitsteilung verfilzten Zügen der Spezialisierung an den Vollmenschen appelliert, so verspricht man dem Undifferenzierteren, Gröberen, Primitiveren eine Prämie und verherrlicht am Ende die Extroversion des go-getters, jene, die abscheulich genug sind, um im abscheulichen Leben ihren Mann zu stehen. Was immer menschlich heute wahrhaft auf einen höheren Zustand vordeutet, ist nach dem Maß des Bestehenden immer zugleich auch das Beschädigte, nicht etwa das Harmonischere.“


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