Einsamkeit

Datum: 4. September 2025
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„Gleichzeitig könne der Vater dem Kind eine andere Form von Beziehung aufzeigen, welche weder eine erneute Symbiose noch drohende Einsamkeit bedeutet, sondern dem Kind vermittelte, dass es gerade wegen seiner Andersartigkeit und Getrenntheit vom Objekt begehrenswert sei und begehren könne (vgl. Gröller 2005: 58).“ (Hummitzsch)








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„Jedes tiefere Kunstwerk enthält zwei Einsamkeiten: Die eine könnte man die plastische nennen; es handelt sich um die Seligkeit der Kontemplation, die uns der geniale Aufbau und die geniale Kombination der Formen schenkt (tote-lebende oder lebende-tote Stoffe oder Elemente; das zweite Leben der >>nature morte<<, der toten Naturen, ich meine nichtals Sujet eines Bildes, sondern ihren geisthaften Aspekt, der auch ein Aspekt einer vielleicht lebendigen Gestalt sein könnte); die zweite wäre die Einsamkeit der Träume; eine eminent metaphysische Einsamkeit, zu der eine visuelle oder psychische Bildung a priori keinen Zugang hat.[...]Es empfiehlt sich aber zu beachten, dass in den vorher genannten Werken (ausgenommen vielleicht einige Gemälde von Böcklin) nur die erste, die plastische Einsamkeit existiert; erst in der neuen italienischen metaphysischen Malerei erscheint die zweite: die Einsamkeit der Zeichen oder die metaphysische Einsamkeit. Das metaphysische Kunstwerk sieht heiter und ruhig aus; aber es vermittelt den Eindruck, dass in dieser heiteren Ruhe etwas Neues geschehen wird und dass andere Zeichen, außer den schon sichtbaren, in das Quadrat der Leinwand treten müssen. So wirkt das offenbarende Symptom der »bewohnten Tiefe«. Die glatte Oberfläche eines vollkommen stillen Ozeans beunruhigt uns nicht so sehr, weil wir uns vorstellen, wie weit sein Grund von uns entfernt sein mag, als vielmehr wegen all des Unbekannten, das sich auf diesem Grund verbirgt. Wenn es nicht so wäre, würde uns die Vorstellung des Raumes ein Schwindelgefühl verursachen, wie wir es in großen Höhen empfinden." (De Chirico