AEnigma: Its so over



















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(5) Die Person wertet nun das Objekt ab und versucht es zu verletzen, zu dominieren oder zu zerstören. (z. B. durch gezieltes Streuen von Gerüchten über den Ex-Partner, um dessen sozialen Ruf zu zerstören.)
1.
„Ich glaube auch nicht, daß durch Gemeinschaftstreffen, Begegnungen zwischen jungen Deutschen und jungen Israelis und andere Freundschaftsveranstaltungen allzuviel geschafft wird, so wünschbar solcher Kontakt auch bleibt. Man geht dabei allzusehr von der Voraussetzung aus, der Antisemitismus habe etwas Wesentliches mit den Juden zu tun und könne durch konkrete Erfahrungen mit Juden bekämpft werden, während der genuine Antisemit vielmehr dadurch definiert ist, daß er überhaupt keine machen kann, daß er sich nicht ansprechen läßt.“ (Adorno: Erziehung zur Mündigkeit)
2.
„Die Prostituierte, Bild dessen, was Unerfahrenheit und Neid als Laster sich ausmalt, wird fraglos weithin mit dem Partialtrieb identifiziert.“ (Adorno: Sexualtabus und Recht heute)
3.
„Ich finde ihre Arbeit sehr anregend [they’re doing gender!], aber dann sage ich mir, dass sie doch ein bisschen Borderline ist.“ (Élisabeth Badinter)
4.
„Die Wiederentdeckung der Gleichheit: Schwache Frauen, gefährliche Männer und andere feministische Irrtümer“ (Élisabeth Badinter)
5.
„Eines Abends nahm ich die Schönheit auf meinen Schoß. – Und ich fand sie bitter. – Und ich schmähte sie.“ (Rimbaud)
6.







…

…




7.
„En la pública luz de las batallas
otros dan su vida a la patria
y los recuerda el mármol.
Yo he errado oscuro por ciudades que odio.
Le di otras cosas.
Abjuré de mi honor,
traicioné a quienes me creyeron su amigo,
compré conciencias,
abominé del nombre de la patria.
Me resigno a la infamia.“
(Borges)
8.
Die Ratten
„In Hof scheint weiß der herbstliche Mond.
Vom Dachrand fallen phantastische Schatten.
Ein Schweigen in leeren Fenstern wohnt;
Da tauchen leise herauf die Ratten
Und huschen pfeifend hier und dort
Und ein gräulicher Dunsthauch wittert
Ihnen nach aus dem Abort,
Den geisterhaft der Mondschein durchzittert
Und sie keifen vor Gier wie toll
Und erfüllen Haus und Scheunen,
Die von Korn und Früchten voll.
Eisige Winde im Dunkel greinen.“ – Trakl
88.



888.
„Die ganze Stadt gegen einen psychisch kranken Mann.“ (Loving Vincent)
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„Die primäre Motivation für Stalking ist nicht sexueller Natur, sondern eher erlebter Ärger oder Feindseligkeit gegenüber dem Opfer“ (Voß).
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Meloy sieht Stalking als eine Pathologie von Bindung, wie sie in der frühen Kindheit bereits evident war und die durch das Erleiden eines Verlustes in der jüngsten Vergangenheit der Person den Beginn von Stalking markiert bzw. das negative Verhalten auslöst. Stalker sind demnach obsessive (zwanghafte) Verfolger. Die primäre Motivation für Stalking ist nicht sexueller Natur, sondern eher erlebter Ärger oder Feindseligkeit gegenüber dem Opfer (Meloy, 1996) [dies gilt für den Machtmissbrauch!]. Kern des Stalking ist das Verfolgen/Belästigen einer anderen Person. Meloy schlägt zur Erklärung eine Art Prozessmodell vor, das sechs Phasen umfasst:
(1) Vorgeschichte in der Beziehung: Abhängige Struktur und Angst vor Verlust
Aufgrund einer abhängigen Persönlichkeitsstörung erlebt die Person die Partnerschaft nicht als sichere Bindung, sondern als permanente Quelle von Verlustangst. Sie idealisiert den Partner, fühlt sich minderwertig („Ich habe Angst, dass du mich verlässt, weil ich nicht intellektuell genug bin“) und versucht, die Nähe durch klammerndes, kontrollierendes oder verschmelzendes Verhalten zu sichern (z. B. ständige WhatsApp-Kontakte, Beschwerden über zu wenig Aufmerksamkeit: „Ich habe nicht das Gefühl, einen Freund zu haben, da du mir zu wenig per WhatsApp schreibst“). Dieses „Erdrücken der Liebe durch die Störung“ – ein Versagen in der „Kunst des Liebens“ – führt dazu, dass sich der Partner zunehmend zurückzieht.
(2) Die Trennung als reale Zurückweisung
Die schließlich vom Partner vollzogene Trennung wird von der Person nicht als rationale Konsequenz erlebt, sondern als plötzliche, unverdiente Zurückweisung. Sie steht im krassen Gegensatz zu dem anhaltenden Verschmelzungsbedürfnis aus Phase 1.
(3) Die Zurückweisung (quasi durch die Realität), die in krassem Gegensatz steht zu den sich wiederholenden Vereinigungs-Phantasien, verursacht eine tiefe narzisstische Kränkung (im Original „Wunde“), verbunden mit dem Gefühl der Erniedrigung oder Scham.
(4) Die Scham wird abgewehrt durch narzisstische Wut (Kohut, 1972). [Er ist schon immer böse gewesen!]
(5) Die Person wertet nun das Objekt ab und versucht es zu verletzen, zu dominieren oder zu zerstören. [Nach der Trennung beginnt die Person ein Studium an derselben Universität / demselben Institut – dies schafft den räumlichen Rahmen für die folgenden Handlungen. Es werden Gerüchte an der Uni gestreut, bis er zerstört ist und/oder Aufmerksamkeit zeigt.]
(6) Führt Phase 5 zum Erfolg, das heißt, ist das Objekt in ausreichendem Maße abgewertet, kann die narzisstische Vereinigungsphantasie wiederhergestellt werden [ihr habt noch geholfen! ]. Die Realität wirkt jetzt nicht weiter störend auf die Phantasien von Größe und Auserwähltheit, welche häufig sowohl selbst beruhigend als auch erotisch befriedigend sind (Meloy, 1997, S.XIII).
Insofern es möglich sein wird, eine Quantifizierung der Schwere und Intensität von Stalkingfällen vorzunehmen, werden sich diese im Ergebnis zunächst auf einem Kontinuum anordnen lassen, das von „leichter Beeinträchtigung oder Belästigung“ bis zu den schweren Fällen langjähriger Verfolgung oder gar Homizid reicht.
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Meloy sieht Stalking als eine Pathologie von Bindung […] Meloy schlägt zur Erklärung eine Art Prozessmodell vor, das sechs Phasen umfasst (adaptiert für ASPD/Borderline mit Entwertungsdynamik):
(1) Idealisierungs- und Entwertungszyklus in der Beziehung
Die Person mit ASPD/Borderline neigt zu einem schnellen Wechsel zwischen Idealisierung und Entwertung des Partners. Anfangs wird der Partner überhöht, doch sobald er den (teils unbewussten) unrealistischen Erwartungen nicht mehr genügt oder Grenzen setzt, setzt eine zunehmende Abwertung ein. Die finale Entwertung endet nicht in einer Rücknahme, sondern in der totalen Herabsetzung des Partners. Die Person verliert das Interesse, empfindet Verachtung und bricht die Beziehung aktiv ab.
(1a) Projektive Identifikation und soziale Inszenierung als Opfer (während der Beziehung)
Die Person bekämpft ihre eigene ASPD-Dynamik (z. B. das Gefühl, „die Böse“ zu sein, einen schlechten Ruf in der Szene zu haben) durch projektive Identifikation: Sie projiziert ihre eigenen aggressiven, entwertenden Anteile unbewusst auf den Partner und bekämpft diese dann in ihm. Um ihren sozialen Ruf zu verbessern und Scham abzuwehren, inszeniert sie sich gegenüber Freund:innen und Familie als Opfer. Sie erzählt einseitig und kontextlos intime Details (z. B. „Er hat mich in den Arsch gefickt“) oder Gewalthandlungen des Partners („Er hat mich geschlagen“) – ohne die eigene, vorausgehende Gewalt oder Einwilligung zu erwähnen. Dies dient der Externalisierung eigener Schuld- und Schamgefühle und der Aufrechterhaltung eines grandiosen Selbstbildes, noch während die Beziehung fortbesteht.
Alternative Version:
(1a) Projektion, projektive Identifikation und soziale Inszenierung als Opfer (während der Beziehung)
Die Person wehrt eigene unerträgliche Anteile ab, indem sie sie auf den Partner projiziert. Dies betrifft zum einen die eigene Promiskuität (schlechter Ruf in der Szene): Indem sie erzählt, der Partner habe sie „in den Arsch gefickt“ (obwohl sie eingewilligt hat) – und dass er am Anfang der Beziehung noch eine andere Freundin hatte, obwohl er ehrlich zu ihr war (und es hätte geheim halten können) – schreibt sie ihm ihr eigenes sexuell promiskuitives oder heimlichtuerisches Verhalten zu. Zugleich wird diese Erzählung genutzt, um ihn als „den Bösen“ zu brandmarken – obwohl sie selbst in der Szene als „die Böse“ gilt. Zum anderen betreibt die Person projektive Identifikation im Kontext von Gewalt: Sie schlägt den Partner über längere Zeit mehrfach, drängt ihn einmal in die Ecke, bis er sich ein einziges Mal wehrt – dann nutzt sie genau diesen Akt der Gegenwehr, um sich als Opfer zu inszenieren („Er hat mich geschlagen“). Sie bekämpft in ihm ihre eigenen aggressiven Anteile, die sie nicht bei sich selbst ertragen kann. Die Funktion aller dieser Abwehrmechanismen ist in einigen Hinsichten identisch: Verbesserung des eigenen sozialen Rufs, Externalisierung von Scham und Schuld, Aufrechterhaltung eines grandiosen Selbstbildes – und zwar während der laufenden Beziehung, nicht erst nach einer Trennung.
(2) Trennung durch die Täterin – keine Vereinigungsphantasie, sondern Entwertungs- und Demütigungsdynamik
Die Trennung wird von der Person selbst herbeigeführt, nicht erlitten. Sie ist Ausdruck der finalen Entwertung. Anders als beim klassischen Stalking existiert keine Phantasie der Wiedervereinigung. Stattdessen entsteht ein Drang, den entwerteten Partner weiter zu demütigen oder zu zerstören – als Bestätigung der eigenen Überlegenheit oder aus schierer Psychopathie.
(3) Die enttäuschte Idealisierung – das reale Objekt entspricht nicht dem idealisierten Bild – verursacht eine tiefe narzisstische Kränkung (im Original „Wunde“), verbunden mit dem Gefühl der Erniedrigung oder Scham. Das grandiose Selbstbild wird infrage gestellt.
(4) Die Scham wird abgewehrt durch narzisstische Wut (Kohut, 1972).
(5) Die Person wertet nun das Objekt ab und versucht es zu verletzen, zu dominieren oder zu zerstören (z. B. durch gezieltes Streuen von Gerüchten über den Ex-Partner, um dessen sozialen Ruf zu zerstören).
(6) Führt Phase 5 zum Erfolg, d. h. ist das Objekt in ausreichendem Maße abgewertet und gedemütigt, kann das grandiose Selbstbild der Person wiederhergestellt werden. Die Realität wirkt jetzt nicht weiter störend auf die Phantasien von Größe, welche häufig selbstberuhigend wirken (in Anlehnung an Meloy). Der psychopathologische Aspekt wird hier besonders deutlich in Form eines Verlustes an Realität (nicht zu verwechseln mit einer Herabsetzung des Bewusstseins), der unterschiedliche Grade annehmen kann und in extremer Ausformung den Übergang zu schweren Formen von Persönlichkeitsstörungen (Borderline-Syndrom, Psychose) kennzeichnet.
Insofern es möglich sein wird, eine Quantifizierung der Schwere und Intensität von Stalkingfällen vorzunehmen, werden sich diese im Ergebnis zunächst auf einem Kontinuum anordnen lassen, das von „leichter Beeinträchtigung oder Belästigung“ bis zu den schweren Fällen langjähriger Verfolgung oder gar Homizid reicht.
Weiterführend:
Borderline
AEnigma: Awareness
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