AEnigma: Art & Psychology

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Sophie und Borderline Idealisierung
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Julia stand mit dem Gesicht zur und nah an der Wand der U-Bahn-Haltestelle (anstatt zur Rollblicke zu blicken, wo ich herkommen würde)
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Gleichzeitig stehe ich jeden Tag so an meinem Fenster1
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„Unsere letzte Dankbarkeit gegen die Kunst.— Hätten wir nicht die Künste gut geheissen und diese Art von Cultus des Unwahren erfunden: so wäre die Einsicht in die allgemeine Unwahrheit und Verlogenheit, die uns jetzt durch die Wissenschaft gegeben wird—die Einsicht in den Wahn und Irrthum als in eine Bedingung des erkennenden und empfindenden Daseins—, gar nicht auszuhalten. Die Redlichkeit würde den Ekel und den Selbstmord im Gefolge haben. Nun aber hat unsere Redlichkeit eine Gegenmacht, die uns solchen Consequenzen ausweichen hilft: die Kunst, als den guten Willen zum Scheine. Wir verwehren es unserm Auge nicht immer, auszurunden, zu Ende zu dichten: und dann ist es nicht mehr die ewige Unvollkommenheit, die wir über den Fluss des Werdens tragen—dann meinen wir, eine Göttin zu tragen und sind stolz und kindlich in dieser Dienstleistung. Als ästhetisches Phänomen ist uns das Dasein immer noch erträglich, und durch die Kunst ist uns Auge und Hand und vor Allem das gute Gewissen dazu gegeben, aus uns selber ein solches Phänomen machen zu können. Wir müssen zeitweilig von uns ausruhen, dadurch, dass wir auf uns hin und hinab sehen und, aus einer künstlerischen Ferne her, über uns lachen oder über uns weinen; wir müssen den Helden und ebenso den Narren entdecken, der in unsrer Leidenschaft der Erkenntniss steckt, wir müssen unsrer Thorheit ab und zu froh werden, um unsrer Weisheit froh bleiben zu können! Und gerade weil wir im letzten Grunde schwere und ernsthafte Menschen und mehr Gewichte als Menschen sind, so thut uns Nichts so gut als die Schelmenkappe: wir brauchen sie vor uns selber—wir brauchen alle übermüthige, schwebende, tanzende, spottende, kindische und selige Kunst, um jener Freiheit über den Dingen nicht verlustig zu gehen, welche unser Ideal von uns fordert. Es wäre ein Rückfall für uns, gerade mit unsrer reizbaren Redlichkeit ganz in die Moral zu gerathen und um der überstrengen Anforderungen willen, die wir hierin an uns stellen, gar noch selber zu tugendhaften Ungeheuern und Vogelscheuchen zu werden. Wir sollen auch über der Moral stehen können: und nicht nur stehen, mit der ängstlichen Steifigkeit eines Solchen, der jeden Augenblick auszugleiten und zu fallen fürchtet, sondern auch über ihr schweben und spielen! Wie könnten wir dazu der Kunst, wie des Narren entbehren?— Und so lange ihr euch noch irgendwie vor euch selber schämt, gehört ihr noch nicht zu uns!“ (Nietzsche)

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Meloy sieht Stalking als eine Pathologie von Bindung, wie sie in der frühen Kindheit bereits evident war und die durch das Erleiden eines Verlustes in der jüngsten Vergangenheit der Person den Beginn von Stalking markiert bzw. das negative Verhalten auslöst. Stalker sind demnach obsessive (zwanghafte) Verfolger. Die primäre Motivation für Stalking ist nicht sexueller Natur, sondern eher erlebter Ärger oder Feindseligkeit gegenüber dem Opfer (Meloy, 1996) [dies gilt für den Machtmissbrauch!]. Kern des Stalking ist das Verfolgen/Belästigen einer anderen Person. Meloy schlägt zur Erklärung eine Art Prozessmodell vor, das sechs Phasen umfasst:

(1) Vorgeschichte in der Beziehung: Abhängige Struktur und Angst vor Verlust
Aufgrund einer abhängigen Persönlichkeitsstörung erlebt die Person die Partnerschaft nicht als sichere Bindung, sondern als permanente Quelle von Verlustangst. Sie idealisiert den Partner, fühlt sich minderwertig („Ich habe Angst, dass du mich verlässt, weil ich nicht intellektuell genug bin“) und versucht, die Nähe durch klammerndes, kontrollierendes oder verschmelzendes Verhalten zu sichern (z. B. ständige WhatsApp-Kontakte, Beschwerden über zu wenig Aufmerksamkeit: „Ich habe nicht das Gefühl, einen Freund zu haben, da du mir zu wenig per WhatsApp schreibst“). Dieses „Erdrücken der Liebe durch die Störung“ – ein Versagen in der „Kunst des Liebens“ – führt dazu, dass sich der Partner zunehmend zurückzieht.

(2) Die Trennung als reale Zurückweisung
Die schließlich vom Partner vollzogene Trennung wird von der Person nicht als rationale Konsequenz erlebt, sondern als plötzliche, unverdiente Zurückweisung. Sie steht im krassen Gegensatz zu dem anhaltenden Verschmelzungsbedürfnis aus Phase 1.

(3) Die Zurückweisung (quasi durch die Realität), die in krassem Gegensatz steht zu den sich wiederholenden Vereinigungs-Phantasien, verursacht eine tiefe narzisstische Kränkung (im Original „Wunde“), verbunden mit dem Gefühl der Erniedrigung oder Scham.

(4) Die Scham wird abgewehrt durch narzisstische Wut (Kohut, 1972). [Er ist schon immer böse gewesen!]

(5) Die Person wertet nun das Objekt ab und versucht es zu verletzen, zu dominieren oder zu zerstören. [Nach der Trennung beginnt die Person ein Studium an derselben Universität / demselben Institut – dies schafft den räumlichen Rahmen für die folgenden Handlungen. Es werden Gerüchte an der Uni gestreut, bis er zerstört ist und/oder Aufmerksamkeit zeigt.]

(6) Führt Phase 5 zum Erfolg, das heißt, ist das Objekt in ausreichendem Maße abgewertet, kann die narzisstische Vereinigungsphantasie wiederhergestellt werden [ihr habt noch geholfen! ]. Die Realität wirkt jetzt nicht weiter störend auf die Phantasien von Größe und Auserwähltheit, welche häufig sowohl selbst beruhigend als auch erotisch befriedigend sind (Meloy, 1997, S.XIII).

Insofern es möglich sein wird, eine Quantifizierung der Schwere und Intensität von Stalkingfällen vorzunehmen, werden sich diese im Ergebnis zunächst auf einem Kontinuum anordnen lassen, das von „leichter Beeinträchtigung oder Belästigung“ bis zu den schweren Fällen langjähriger Verfolgung oder gar Homizid reicht.

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Meloy sieht Stalking als eine Pathologie von Bindung […] Meloy schlägt zur Erklärung eine Art Prozessmodell vor, das sechs Phasen umfasst (adaptiert für ASPD/Borderline mit Entwertungsdynamik):

(1) Idealisierungs- und Entwertungszyklus in der Beziehung
Die Person mit ASPD/Borderline neigt zu einem schnellen Wechsel zwischen Idealisierung und Entwertung des Partners. Anfangs wird der Partner überhöht, doch sobald er den (teils unbewussten) unrealistischen Erwartungen nicht mehr genügt oder Grenzen setzt, setzt eine zunehmende Abwertung ein. Die finale Entwertung endet nicht in einer Rücknahme, sondern in der totalen Herabsetzung des Partners. Die Person verliert das Interesse, empfindet Verachtung und bricht die Beziehung aktiv ab.

(1a) Projektive Identifikation und soziale Inszenierung als Opfer (während der Beziehung)
Die Person bekämpft ihre eigene ASPD-Dynamik (z. B. das Gefühl, „die Böse“ zu sein, einen schlechten Ruf in der Szene zu haben) durch projektive Identifikation: Sie projiziert ihre eigenen aggressiven, entwertenden Anteile unbewusst auf den Partner und bekämpft diese dann in ihm. Um ihren sozialen Ruf zu verbessern und Scham abzuwehren, inszeniert sie sich gegenüber Freund:innen und Familie als Opfer. Sie erzählt einseitig und kontextlos intime Details (z. B. „Er hat mich in den Arsch gefickt“) oder Gewalthandlungen des Partners („Er hat mich geschlagen“) – ohne die eigene, vorausgehende Gewalt oder Einwilligung zu erwähnen. Dies dient der Externalisierung eigener Schuld- und Schamgefühle und der Aufrechterhaltung eines grandiosen Selbstbildes, noch während die Beziehung fortbesteht.

Alternative Version:

(1a) Projektion, projektive Identifikation und soziale Inszenierung als Opfer (während der Beziehung)
Die Person wehrt eigene unerträgliche Anteile ab, indem sie sie auf den Partner projiziert. Dies betrifft zum einen die eigene Promiskuität (schlechter Ruf in der Szene): Indem sie erzählt, der Partner habe sie „in den Arsch gefickt“ (obwohl sie eingewilligt hat) – und dass er am Anfang der Beziehung noch eine andere Freundin hatte, obwohl er ehrlich zu ihr war (und es hätte geheim halten können) – schreibt sie ihm ihr eigenes sexuell promiskuitives oder heimlichtuerisches Verhalten zu. Zugleich wird diese Erzählung genutzt, um ihn als „den Bösen“ zu brandmarken – obwohl sie selbst in der Szene als „die Böse“ gilt. Zum anderen betreibt die Person projektive Identifikation im Kontext von Gewalt: Sie schlägt den Partner über längere Zeit mehrfach, drängt ihn einmal in die Ecke, bis er sich ein einziges Mal wehrt – dann nutzt sie genau diesen Akt der Gegenwehr, um sich als Opfer zu inszenieren („Er hat mich geschlagen“). Sie bekämpft in ihm ihre eigenen aggressiven Anteile, die sie nicht bei sich selbst ertragen kann. Die Funktion aller dieser Abwehrmechanismen ist in einigen Hinsichten identisch: Verbesserung des eigenen sozialen Rufs, Externalisierung von Scham und Schuld, Aufrechterhaltung eines grandiosen Selbstbildes – und zwar während der laufenden Beziehung, nicht erst nach einer Trennung.

(2) Trennung durch die Täterin – keine Vereinigungsphantasie, sondern Entwertungs- und Demütigungsdynamik
Die Trennung wird von der Person selbst herbeigeführt, nicht erlitten. Sie ist Ausdruck der finalen Entwertung. Anders als beim klassischen Stalking existiert keine Phantasie der Wiedervereinigung. Stattdessen entsteht ein Drang, den entwerteten Partner weiter zu demütigen  oder zu zerstören – als Bestätigung der eigenen Überlegenheit oder aus schierer Psychopathie.

(3) Die enttäuschte Idealisierung – das reale Objekt entspricht nicht dem idealisierten Bild – verursacht eine tiefe narzisstische Kränkung (im Original „Wunde“), verbunden mit dem Gefühl der Erniedrigung oder Scham. Das grandiose Selbstbild wird infrage gestellt.

(4) Die Scham wird abgewehrt durch narzisstische Wut (Kohut, 1972).

(5) Die Person wertet nun das Objekt ab und versucht es zu verletzen, zu dominieren oder zu zerstören (z. B. durch gezieltes Streuen von Gerüchten über den Ex-Partner, um dessen sozialen Ruf zu zerstören).

(6) Führt Phase 5 zum Erfolg, d. h. ist das Objekt in ausreichendem Maße abgewertet und gedemütigt, kann das grandiose Selbstbild der Person wiederhergestellt werden. Die Realität wirkt jetzt nicht weiter störend auf die Phantasien von Größe, welche häufig selbstberuhigend wirken (in Anlehnung an Meloy). Der psychopathologische Aspekt wird hier besonders deutlich in Form eines Verlustes an Realität (nicht zu verwechseln mit einer Herabsetzung des Bewusstseins), der unterschiedliche Grade annehmen kann und in extremer Ausformung den Übergang zu schweren Formen von Persönlichkeitsstörungen (Borderline-Syndrom, Psychose) kennzeichnet.

Insofern es möglich sein wird, eine Quantifizierung der Schwere und Intensität von Stalkingfällen vorzunehmen, werden sich diese im Ergebnis zunächst auf einem Kontinuum anordnen lassen, das von „leichter Beeinträchtigung oder Belästigung“ bis zu den schweren Fällen langjähriger Verfolgung oder gar Homizid reicht.

Further reading:

Posch, L. & Vorel, L. (2024). How do People With Mental Illness Experience Conflictual Police Encounters? A Qualitative Study with German Forensic Psychiatric Patients. Journal of Police
and Criminal Psychology.

Posch, L. & Sklarek, B. (2024). Inwiefern beeinflussen die Vorbeziehung und das Geschlecht von Täterin/Täter und Opfer die Beurteilung der Notwendigkeit rechtlicher und polizeilicher
Maßnahmen bei Stalking? Eine experimentelle Studie an (angehenden) Polizeibeamtinnen/-
beamten und Juristinnen/Juristen. Monatsschrift für Kriminologie und Strafrechtsreform,

Strnad, M., Kemme, S. & Posch, L. (2024). Anwendung der merkmalsorientieren
Inhaltsanalyse durch Polizeistudierende: Zum Einfluss von Vorinformationen auf die Bewertung der Glaubhaftigkeit von Opferzeugenaussagen. Rechtspsychologie,

Stadler, L. (2009). Ex-Partner-Stalking im Kontext familienrechtlicher Auseinandersetzungen.
Konsequenzen für die Kinder und Handlungsoptionen für die beteiligten professionellen Akteure. Frankfurt/Main: Verlag für Polizeiwissenschaft.

Stadler, L. (2012). Misshandlung und Vernachlässigung in der Kindheit: Epidemiologie,
Risikofaktoren und Einfluss auf eine innerfamiliäre Reviktimisierung im Erwachsenenalter.
Praxis der Rechtspsychologie,

  1. Munch-Gemälde, wie die Reihen über Eifersucht, Angst, Verzweiflung, Begierde, usw. usf. sind so offensichtlich, dass ich es mir sparte, sie einzuarbeiten.. ↩︎
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